ERDÖLGEWINNUNG UND PETRODOLLAR

Die Gewinnung von Erdöl ist für die Umwelt folgenschwer, hochriskant und extrem verlustreich. Mitunter 50 % des Energiegehalts von Erdöl werden für dessen Förderung benötigt. Die Liste an Ölkatastrophen und Havarien ist endlos.

Copyright Foto: Reuters

Die Deepwater Horizon – Katastrophe. Am 20. April 2010 kam es zum Blowout, bei dem die ölfördernde Plattform des Leasingnehmers BP in Brand geriet und zwei Tage später unterging. Elf Arbeiter kamen ums Leben. Das ausströmende Öl führte zur Ölpest im Golf von Mexiko, der schwersten Umweltkatastrophe dieser Art in der Geschichte. Drei Monate lang spuckte die Macondo-Quelle laut offizieller Schätzung knapp 780 mrd Liter Öl (0,78 km3) ins Meer. Nach 87 Tagen wurde die Quelle mit einer Stahlglocke verschlossen. Die New York Times schätzt, dass sich die Strafzahlungen aufgrund der Vorgaben amerikanischer Gesetze (Clean Water Act) auf bis zu 18 Mrd. Dollar belaufen könnten. Davon unabhängig hat BP bereits 28 Mrd. Dollar für Kosten, die durch den Bohrinselunfall entstanden sind, bezahlt.

Weltweit erwirtschaftete BP im Jahr 2012 einen Konzernumsatz von 396 Mrd. US-Dollar.

Hinzu kommen ernsthafte soziale Probleme. Nach wie vor fließen Milliarden Petrodollar in diktatorisch geführte Länder, finanzieren radikale Kampfverbände oder zementieren durch Oligarchentum extreme soziale Missstände auf Generationen ein.

16 % des weltweit geförderten Öls stammen aus Saudi-Arabien, einer neofundamentalistischen absoluten Monarchie, 14 % des Öls stammen aus Russland, das Land mit dem weltweit größten Ungleichgewicht in der Verteilung des Privatvermögens.

Die Liste an Negativeffekten durch Erdölabbau und -verbrennung ließe sich endlos erweitern und diskutieren. Der Ausstieg aus dieser Energieform wird auch deshalb passieren. Unglücklicherweise viel zu spät.

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