DAS PROBLEM DES LETZTEN KILOMETERS

Eine – zugegebenermaßen etwas polemische – Betrachtung: Wir sehen einen Parkplatz – z.B. vor einem zentralen Lebensmittelversorger im Ort. Und man könnte glauben, dass viele die hier einkaufen in unwegsamem Gelände wohnen, erreichbar nur über schwierigstes Terrain und Großfamilien zu versorgen haben. Auf dem besagten Platz stehen riesige SUV oder PS-starke Grand-Tourer für stundenlange Autobahnfahrten. Doch die die hier einkaufen sind keine Hüttenbewohner im Hochgebirge, es sind wir, die ganz normale Dorfbevölkerung. Die aus dem Haus geht, ins Auto steigt und auf einer bestens ausgebauten Straße einkaufen fährt, Besuche macht, ins Gasthaus fährt, was auch immer.

Mit dem Privat-PKW. Nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln, oft nicht mit dem Fahrrad, immer weniger zu Fuß. Schon garnicht bei schlechtem Wetter. Weil es eben mühsam ist, Getränkekisten zu schleppen, weil es bergauf geht und mit dem Fahrrad zu anstrengend ist, weil es aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens zu gefährlich ist, zu Fuß zu gehen, weil es zu lange dauert, und, und, und …

Und wenn ich schon mal im Auto sitz, dann fahr ich auch vielleicht noch in die Stadt. Ich lass das Auto aber nicht an der Bushaltestelle stehen, nein. Ich nehme noch nicht mal jemanden mit! Nein, los geht’s!

1 Kommentar

  1. interessante, aber – wie mir scheinen will – vergebliche betrachtung.
    zuweilen erlebe ich, wie aggressiv menschen werden können, wenn man ihr liebstes, das auto, in frage stellt. dabei geht es ja gar nicht um die sache an sich, sondern um ihre exzessive nutzung. warum z.b. fährt man ins fitness-studio, wenn der besuch desselben doch dem zwecke dient, fit zu werden? liefe man da nicht besser hin?
    ich selbst, die ich trotz – spät erworbenem – führerschein nie gefahren bin, schlage mitfahrangebote häufig aus und beschränke mich, wenn ich sie denn annehme, auf das unbedingt erforderliche maß. autofahrer verstehen das oft nicht. seltsamerweise hilft dann der hinweis auf meinen „noch nicht satten“ schrittzähler. DAS verstehen sie, fällt es doch unter die gleiche kategorie wie das fitness-studio. dass ich gesundheitlich nachweislich profitiert habe, sähen sie womöglich ein, hätten jedoch allerhand „ja, aber …“ parat.

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s